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Gebete
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Morgengebet
Geliebter Herr,
vom Schlaf erwacht bin ich bereit
des Tages Pflicht zu tun.
Ich lege alles Dir zu Füßen nieder und Deine Gegenwart soll stets
bewusst mir sein.
Hilf mir, dass Denken, Wort und Tat
rein und geheiligt sind.
Hilf mir, dass ich anderen kein Leid zufüge
und dass ich selbst
für Leiden unempfänglich bin.
Zeig mir den Weg für diesen Tag
und hilf mir, ihn zu gehen.
Sai Baba
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Abendgebet
Geliebter Herr,
des Tages Pflichten sind vorüber.
Du hast für mich die Last getragen,
die ich am Morgen Dich zu
übernehmen bat.
Du warst es, der mich gehen, sprechen,
denken und handeln ließ.
So lege ich alle meine Gedanken,
Worte und Taten Dir zu Füßen
nieder.
Meine Aufgabe ist erfüllt.
Empfange mich, ich kehre zurück zu Dir.
Sai Baba
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Das
Hohelied der Liebe (1. Korinther 13)
Wenn ich mit Menschen - und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine
klingende Schelle.
Und wenn ich weissagen könnte und wüsste alle
Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also dass ich
Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts.
Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib
brennen und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.
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Die
Liebe ist langmütig und freundlich;
die Liebe eifert nicht;
die Liebe treibt nicht Mutwillen;
sie blähet sich nicht;
sie stellet sich nicht ungebärdig;
sie suchet nicht das Ihre.
Sie lässt sich nicht erbittern;
sie trachtet nicht nach Schaden;
sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit;
sie freuet sich aber der Wahrheit;
sie verträgt alles, sie glaubet alles,
sie hoffet alles, sie duldet alles.
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Die Liebe höret nimmer
auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören
werden, und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk,
und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene,
so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie
ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge; da ich
aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch
einen Spiegel in einem dunklen Wort, dann aber von Angesicht zu
Angesichte.
Jetzt erkenne ich's stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie
ich erkannt bin.
Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber
die Liebe ist die größte unter ihnen.
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Das Geschenk
Ich ging als
Bettler von Tür zu Tür. Da erschien in der Ferne Dein goldener
Wagen wie ein verheißener Traum. Ich fragte mich, wer dieser König
der Könige sei. Hoffnung stieg in mir auf: ich erwartete Almosen,
die geboten wurden, ohne dass man um sie bat. Der Wagen hielt an, wo
ich stand. Du stiegst aus und lächeltest. Ich fühlte mein
Lebensglück kommen.
Da strecktest Du Deine rechte Hand aus und sagtest: "Was hast
du mir zu schenken?" Welch ein Scherz war das? Bei einem armen
Bettler betteln? Ich war verlegen, stand unentschlossen, da nahm ich
ein Reiskorn aus meinem Beutel und gab es Dir. Doch wie groß war
mein Erstaunen am Abend, als ich meinen Beutel umdrehte und zwischen
dem wertlosen Plunder das kleine Korn wieder fand - zu Gold
verwandelt.
Da habe ich bitterlich geweint, und es tat mir leid, dass ich nicht
den Mut gefunden hatte, Dir mein Alles zu geben.
Rabindranath Tagore
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Gebet an den jungen Zedernbaum
Gebet der
Kwakiutl
Schau mich an, Freund! Ich bin gekommen,
dich um dein Kleid zu bitten.
Du gibst uns alles, was wir brauchen - dein Holz, deine Rinde, deine Äste
und die Fasern deiner Wurzeln, denn du hast Erbarmen mit uns. Du bist gern bereit, uns dein Kleid zu geben.
Ich bin gekommen, dich darum zu bitten, Spender langen Lebens, denn ich will ein Körbchen für Lilienwurzeln aus dir machen.
Ich bitte dich, Freund zürne mir nicht und trage mir nicht nach, was ich jetzt mir dir tun werde.
Und ich bitte dich, Freund, erzähle auch deinen Freunden, worum ich zu dir gekommen bin. Beschütze mich, Freund!
Halte Krankheit fern von mir, damit ich nicht in Krankheit oder Krieg
umkomme,
Oh Freund!
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Gebet Pater Rupert
Mayer
Herr, wie Du willst,
soll mir geschehn, und wie Du willst,
so will ich gehn,
hilf Deinen Willen nur verstehn!
Herr, wenn Du willst, dann ist es Zeit,
und wann Du willst, bin ich bereit,
heut und in alle Ewigkeit.
Herr, was Du willst, das nehm ich hin,
und was Du willst, ist mir Gewinn;
genug, daß ich Dein Eigen bin.
Herr, weil Du's willst, drum ist es gut,
und weil Du's willst, drum hab ich Mut,
mein Herz in Deinen Händen ruht.
Amen
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Vater unser
Vater unser im Himmel
geheiligt werde Dein
Name.
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit
Amen
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23. Psalm
Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im
Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und
schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir
folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause
des HERRN immerdar.
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Taya Manavar ein Hindu
Schöpfer der Welt,
immer bist du bei mir.
Du nimmst Wohnung in meinem Geist
Und lebst innen in mir.
Du, der das All umgreift.
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hinduistisches Gebet
Vom Unwirklichen
führe uns zum Wirklichen,
vom Dunkel führe uns zum Licht,
vom Tod führ uns zur Unsterblichkeit.
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Gebet der Sioux-Indianer
Oh großer Geist, dessen Stimme ich in den Winden vernehme und dessen Atem
der ganzen Welt Leben spendet, höre mich.
Ich trete vor Dich hin als eines Deiner vielen Kinder. Ich bin klein und
schwach. Ich bedarf Deiner Kraft und Weisheit. Lass mich in Schönheit
wandeln und lass meine Augen immer den roten und purpurnen Sonnenaufgang
schauen.
Lass meine Hände die
Dinge verehren, die Du gemacht hast, und meine Ohren Deine Stimme hören.
Schenke mir Weisheit, damit ich die Dinge, die Du mein Volk gelehrt hast,
und die Lehre, die Du in jedem Blatt und in jedem Felsen verborgen hast,
erkennen möge. Nicht um meinen Brüdern überlegen zu sein, suche ich
Kraft, sondern um meinen größten Feind bekämpfen zu können - mich
selbst.
Mache mich immer bereit,
mit reinen Händen und geradem Blick zu Dir zu kommen, damit mein Geist,
wenn dereinst mein Leben verblasst wie die untergehende Sonne, ohne Scham
zu Dir kommen möge.
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Der heilige
Franziskus
Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Liebe entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde,
sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde,
sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
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